HÜFTNEKROSE UND KNOCHENMARLOEDEM

                              

MRI Aufnahme eines Patienten mit einer idiopathischen Nekrose des Hüftkopfes. Der Knochenschwund ist schwarz.

 


MRI Aufnahme des gleichen Patientes nach 12 Monaten. Vollständige Abheilung des Knochendefektes nach 30 Behandlungen in der Druckkammer. Ein weiteres MRI nach 7 Jahren zeigt das gleiche Bild.

Häufigkeit

Circa 150'000 Patienten erkranken jährlich an einer Hüftkopfnekrose in den USA. Die Ursache ist unbekannt, kann aber durch die Einnahme von Kortison sowie Alkohol ausgelöst werden und durch Unfälle. Sie kommt öfters bei Männern vor und beginnt üblicherweise zwischen 50 und 60 Jahren und ist daher eine häufige Ursache von Invalidität bei jüngeren aktiven Leuten.

Merkmale

Durch lokale Durchblutungsstörungen kommt es zu einer Knochenzerstörung (siehe Bilder oben). Am Anfang hat der Patient Hüftschmerzen, später ist die Beweglichkeit eingeschränkt. Die Diagnose sollte mittels MRI so schnell wie möglich gestellt werden. Andere Lokalisationen als die Hüfte sind möglich. Wenn nicht schell gehandelt wird, kommt nur noch ein Gelenkersatz in Frage.

Eine andere ähnliche Krankheit ist das schmerzhafte Knochenmarködem, speziell der Hüfte. Hier wird eine Störung des lokalen Blutflusses diskutiert, die für den Hüftschmerz verantwortlich ist. Meistens heilt diese Krankheit spontan in 6-8 Monaten, manchmal kann sie sich zur Hüftnekrose entwickeln.

In beiden Krankheiten ist der Hüftschmerz, leicht oder diffus, das erste Krankheitszeichen.

Behandlungsziel

Da die Hüftkopfnekrose und das resistente Knochenmarködem oft junge Patienten befallen und möglicherweise zur Knochenzerstörung mit Gelenkersatz führen kann, ist eine Frühdiagnose verbunden mit einer nicht chirurgischen Behandlung äusserst wichtig. HBO kann den Schmerz lindern oder zum Verschwinden bringen, zusätzlich kann der zerstörte Knochen wiederhergestellt werden und der Gelenkersatz vermieden werden.

Beim Knochenmarkoedem kann HBO den normalen Heilungsverlauf beschleunigen und die refraktären Fälle zur Heilung bringen.

Klinische Studien

Im 2010, zeigte eine randomizierte doppelblinde Studie an 20 Patienten mit einseitiger beginnender Hüftkopfnekrose (Ficat Stadium II im Röntgenbild), dass der Zerfall der Hüfte mit HBO gestoppt werden kann. Nach 6 Wochen HBO war der Schmerz deutlich vermindert und die Beweglichkeit des Hüftgelenkes viel besser. Im MR war der Knochenverlust nach der Behandlung deutlich kleiner. Alle Patienten konnten die Hüftprothese vermeiden und bei allen blieb die andere Seite ohne neue Knochennekrose. Diese guten Resultate konnten mit MR Kontrollen nach 1 und 7 Jahren bestätigt werden. Eine weitere Studie hat diese Resultate bestätigt.

In einer 2011 veröffentlichten Arbeit hat man gesehen, dass Patienten mit Knochenmarkoedem mit HBO behandelt worden sind, schneller heilen. Man hat auch gute Resultate bei Kindern und Teenagern gefunden worden, die wegen leukämie mit Kortison behandelt worden sind. Eine neuere Untersuchung zeigt eine Erfolgasrate von 98% 11 Jahr nach der HBO Therapie.

Praktischer Einsatz der HBO

Üblicherweise werden 30 bis mehr tägliche Behandlung durchgeführt. HBO sollte bei Patienten im Frühstadium der Knochennekrose und des Knochenoedems in Betracht gezogen werden.

aktualisiert 06-Déc-2017